Über(s) Fliegen – Round 5


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Bläfthrslplbpfffft-Puäh – so ungefähr klingt es, nachdem mir winzig kleine Mücken in Mund und Nase geflogen sind, just in dem Moment, als ich meinen Ball zum Par einputten will. Über die anschließenden Laute wegen des daneben geschobenen Balls breiten wir an dieser Stelle das Mäntelchen des Schweigen aus.

Es ist Sonntag, es ist Turniertag und der naturbelassene Platz in Steisslingen hat außer den Golf4Funern wegen des feuchtwarmen Sommers noch weitere Gäste auf dem Platz: Myriaden kleiner Fliegen. Während unsereins für die wunderschönen Blumenwiesen und goldgelben Felder schwärmt, schwärmen die schwarzen Punkte um uns herum.

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Eine nicht repräsentative Erhebung in unserem Flight hat ergeben, dass den Fliegen a) Mückenspray herzlich egal ist, sie sich b) bevorzugt unter den Schirmen der Golfkäppis zum Stelldichein versammeln und dass sie c) weiße Käppis schicker finden als dunkle. Unsere Farbvarianten waren schwarz, blau und weißund Manuel (weiß) hatte eindeutig am meisten unter der unerwünschten Aufmerksamkeit der kleinen Besucher zu leiden.

Die Steisslinger Fliegen sind übrigens eine eindeutig golferfahrene Spezies – wie sonst ließe es sich erklären, dass sie immer genau dann vor den Augen umherschwirren, wenn man gerade schwingen will. Ergebnis: Außer den Fliegen fliegt nix! Zumindest nicht der Ball.

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Fliegen tut allerlei auf und über dem Gelände, außer den Plagegeistern in Miniaturformat beispielsweise prächtige weiße, gelbe und orange-schwarze Schmetterlinge. In deren Gesellschaft schmettert Dick an Loch 18 seinen Abschlag so weit aufs Fairway, dass es ein Jammer ist, dass die Bahn für den längsten Drive bereits 8 Löcher zurückliegt.

Über dem Platz kreisen Greifvögel, sie gleiten majestätisch durch die Luft, bewegen höchstens kurz den Schwanz, die rechte oder linke Schwinge und drehen so elegant und mühelos ihre Runden.

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Das kann doch nicht so schwer sein: Ich bewege kurz meine Schultern, schwinge dann elegant und mühelos meinen Schläger und schon gleitet mein Ball majestätisch durch die Luft….hmm…Wie es scheint, gleicht mein Schwung nicht so sehr einem Bussard als vielmehr einem aufgeregt umherhüpfenden Spatzen. Immerhin fliegen die auch ab und zu, wenn auch nicht wirklich elegant.

Zum Abschluss des Turniers schwingen wir uns die Treppe hinauf zur Terrasse des Golfclubs, lassen dort unsere Gläser in fröhlicher Runde kreisen, schwirren ums vorzügliche Büfett, belohnen die Turniersieger mit schmetterndem Applaus und lassen den Tag so ausgleiten. Und das alles ganz ohne Fliegen!

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Andrea Neitzel, Hopeful Tiger 2014